Für besondere bzw. aggressive Flecken sollten
Spezialreiniger verwendet werden; in jedem Fall sind
die Flecken schnellstmöglich zu entfernen. Auch wenn
die Steinzeugoberfläche ein Aufnahmevermögen von
nahezu Null hat, kann die an jedem Material
vorhandene Mikrorauheit die Reinigung erschweren,
während ein schnelles Agieren in der Regel zu
sofortigem Erfolg führt.
In jedem Fall können die in Tabelle auf Seite 338-339
angegebenen Reinigungsmittel für geläppte Produkte
verwendet werden, vorausgesetzt, sie werden nicht zu
lange in Kontakt gelassen, vorschriftsgemäß verdünnt
und wieder abgespült. Auch hier gilt die Empfehlung,
das Produkt vorab an einer nicht verlegten Fliese oder
an einem kleinen Bereich des Bodenbelags zu testen.
AUSSERORDENTLICHE REINIGUNG
UND FLECKENTFERNUNG
Die außerordentliche Reinigung sollte nur
durchgeführt werden, wenn sich Flecken oder Schleier
mit der normalen Pflege nicht entfernen lassen.
Über die gesamte Oberfläche verbreiteter Schmutz
kann mit einem Spezialreiniger entfernt werden, und
einzelne Flecken oder begrenzte Rückstände mit
einem Fleckentferner. Die Entfernung erfolgt durch
eine chemische Reaktion zwischen dem Fleck und
dem Reinigungsmittel. Deshalb sind je nach Art des
Schmutzes unterschiedliche Produkte zu verwenden;
siehe Tabelle auf Seite 338-339.
TÄGLICHE REINIGUNG UND PERIODISCHE PFLEGE
Die tägliche Reinigung des Steinzeugs mit
Spezialprodukten ist ein wichtiger Beitrag zum
dauerhaften Erhalt seiner Schönheit und
Funktionalität. Diese Lösungen werden mit
traditionellen Wischsystemen (Schrubber und
Wischtuch oder Wischmopp) verwendet; Nachspülen
ist nicht notwendig.
Die für die Abschlussreinigung nach der Verlegung
und die normale bzw. außerordentliche Reinigung
empfohlenen Produkte sind Tabelle auf Seite
338-339 zu entnehmen.
Die immer stärkere Verbreitung des Feinsteinzeugs
das seit jeher für seine sehr guten technischen und
optischen Eigenschaften geschätzt wird und im
Gewerbe- wie im Wohnungsbau zum Einsatz kommt,
erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der
Verlegung und Reinigung, wenn beste Ergebnisse
erzielt werden sollen.
Moderne Steinzeugfliesen werden heute ebenso
bearbeitet wie Naturstein (Rektifizierung, Läppung,
Schliff), was die Verlegung mit „minimaler Fuge“
erlaubt.
Der Einsatz von Formstücken (Leisten, Dielen, mit
Wasserstrahl geschnittene Teile) bzw. die gleichzeitige
Verlegung mehrerer Formate stellen besondere
Anforderungen an die Verlegung von Bodenfliesen.
REFIN hat daher einige Grundregeln für Fliesen aus
Feinsteinzeug zusammengestellt.
Zunächst ist die Ware bei Erhalt auf Folgendes zu
prüfen:
- Entsprechung von Frachtpapieren und Ware
- Farbton, Kaliber, Sortierung des Materials
- Vorhandensein eventueller Mängel
Wir weisen darauf hin, dass Reklamationen
sichtbarer Mängel an bereits verlegten Fliesen
nicht akzeptiert werden (siehe die Allgemeinen
Geschäftsbedingungen, Seite 346)
Die Steinzeugfliesen von REFIN zeichnen sich durch
eine extrem geringe Wasseraufnahme aus (unter 0,2
%). Deshalb müssen Spezialkleber von hoher Qualität
verwendet werden. Von der traditionellen Verlegung
mit Zementmörtel wird dringend abgeraten.
Verwenden Sie daher nur vergütete Kleber der Klasse
C2 für die Verlegung am Boden, C2 T an der Wand
und C2 S1-S2 auf Böden mit Fußbodenheizung nach
EN 12004, in der die Kleber in folgende Klassen
unterteilt sind:
CHEMISCHE BESCHAFFENHEIT:
- C = Zementkleber
- D = Dispersionskleber
- R = Reaktionskleber
HAFTKRAFTKLASSE:
- 1 = normale Haftung
- 2 = verbesserte Haftung
ZUSÄTZLICHE MERKMALE:
- E = längere klebeoffene Zeit
- F = schnelle Verlegung
- T = abrutschfest
- S1 = Verformbarer Zementkleber
- S2 = Hochverformbarer Zementkleber
Bei traditioneller Verlegung von Steinzeug mit
Zementmörtel ist ein korrektes Anhaften der Fliesen
nicht gewährleistet. Refin akzeptiert bei
ungeeignetem Estrich und Kleber keine
Reklamationen von verlegtem Material.
Der Verlegeuntergrund muss absolut eben sein. Die
Richtlinien UNI 11493 und ISO 8976-1:1989
verlangen über eine 2 m lange Richtlatte eine Toleranz
von +/- 3 mm. Überschreitet der Estrich die
angegebene Toleranz, so sollte selbstnivellierender
Mörtel aufgebracht werden. Unvollkommenheiten des
Verlegeuntergrunds sollten nicht durch mehr oder
weniger dicken Auftrag des Klebers ausgeglichen
werden.
Die Verlegefläche (Estrich) muss unversehrt und
rissfrei, von guter Qualität (staubfrei) und reif
(Schwindung abgeschlossen) sein, und die
mechanische Biegefestigkeit muss der beabsichtigten
Verwendung des Bodens angemessen sein.
Zur Orientierung können folgende
Beständigkeitsparameter gelten:
- 10-15 N/mm
2
für Wohnräume
- 30 N/mm
2
für Gewerberäume
Für die Beständigkeit gegen parallel zur Verlegefläche
verlaufende Belastungen bei Wandverkleidungen ist
ein Beständigkeitswert R 0,8 – 1,2 N/mm
2
einzuhalten.
Je nach Anwendungsbedingungen ist die
Biegefestigkeit der Fliesen zu berücksichtigen.
Für großformatige Platten bzw. bei besonders hoher
Beanspruchung (Verkaufsflächen, Industrie...) sollte
der Kleber beidseitig aufgetragen werden, um ein
volles Klebebett ohne „Hohlstellen“ zu garantieren,
denn Letztere können bei Biegung oder Stößen
Ursache von Brüchen sein.
In jedem Fall sind die Hinweise der Estrich- und
Kleberhersteller zu beachten; zudem muss die
Verlegung mit Zementklebern bei einer
Raumtemperatur zwischen +5 °C und 35 °C erfolgen.
Insbesondere bei Materialien mit
Farbabweichungsgrad V2 und darüber sollten stets
Fliesen aus mehreren Schachteln zugleich verlegt
werden.
Vor allem bei geläpptem Material sind Schnitte nicht
mit Permanent- oder Grafitstiften anzureißen.
VERLEGUNG GROSSER PLATTEN
Neben den generellen Empfehlungen für die
Verlegung von Steinzeug sind bei der Verlegung
großformatiger Fliesen (120×278, 120×120, 75×150,
25×150, 60×120 cm) einige weitere Hinweise zu
beachten, da die für „normale Formate“ geltenden
Vorschriften für große Platten noch strenger werden.
- Es ist von entscheidender Bedeutung, die perfekte
Ebenheit des Untergrunds sicherzustellen. Ist der
Untergrund nicht plan, so muss ein
selbstnivellierender Mörtel aufgebracht werden.
- Die Verlegung muss mit beidseitig, das heißt sowohl
auf die Fliesenrückseite als auch auf den Estrich
aufgetragenem Kleber erfolgen. Bestimmte
Situationen können die Verwendung von Kleber mit
verlängerter klebeoffener Zeit (E) sowie bei der
Verlegung von Wandverkleidungen Kleber mit hoher
Abrutschfestigkeit (T) erfordern.
- Bei Verwendung von Klebern mit hohem
Benetzungsvermögen kann auch der einseitige
Auftrag genügen.
- Bei rechteckigen Formaten wird dringend von der um
mehr als 25 % bis 30% versetzten Längsverlegung
abgeraten.
- Wir empfehlen Selbstnivellierungssysteme für
Fliesen.
- Material in den Formaten 120×278, 120×120,
75×150 und größer sollte auf der Baustelle stets zu
zweit und unter Einsatz geeigneter Hilfsmittel bewegt
und verlegt werden.
- Es sind Dehnungsfugen (am Außenrand entlang
sowie zur Segmentierung) auszuführen.
- Zum Ausgleich eventueller Unebenheiten sowie zur
Reduzierung des Elastizitätsmoduls des Boden/Wand-
Systems sind mindestens 2 mm breite Fugen
erforderlich.
WICHTIG: Auf den Schachteln sind Informationen
über die Fliesen sowie Verlegehinweise
aufgedruckt. Bitte lesen Sie diese vor der
Verlegung durch.
Für die Verlegung von Fassaden und insbesondere
von Außenfassaden empfiehlt sich die Verfassung
von Verlegevorschriften in Zusammenarbeit mit
Fachunternehmen (wie, lediglich beispielgebend:
KERAKOLL, MAPEI)
FUGEN UND VERFUGUNG
Die als Rektifizierung bezeichnete
Abschlussbearbeitung führt zu extrem präzisen
Fliesenabmessungen, die dem „Einheitskaliber“
gleichgesetzt werden können. Der Endverbraucher
wünscht in diesem Fall häufig die Verlegung mit
„minimaler Fuge“ bzw. sogar die fugenlose Verlegung.
Refin schreibt für die Verlegung von rektifizierten
Steinzeugfliesen eine mindestens 2 mm breite Fuge
vor, um Verarbeitungstoleranzen von Fliese, Estrich
und Verlegung auszugleichen.
Naturbelassene, nicht rektifizierte Materialien
unterliegen größeren Maßtoleranzen; ihre jeweiligen
Abmessungen sind in der den Schachteln inliegenden
Kalibertabelle aufgeführt. In diesem Fall müssen die
Fugen wenigstens 5 mm breit sein.
Refin akzeptiert keine Reklamationen von
rektifiziertem Material, das mit weniger als 2 mm
breiten Fugen verlegt wurde.
Die Verwendung von farbigen Fugenmassen ist
möglich; es ist jedoch – insbesondere für rustikale
Materialien mit rauer oder geläppter Oberfläche –
vorab zu testen, ob diese sich anschließend gut
reinigen lassen. In jedem Fall ist der Bodenbelag
sofort nach dem Verfugen zu reinigen.
Von der Verwendung farbiger, mit der Fliesenfarbe
kontrastierender Pigmente (zum Beispiel: weißer
Bodenbelag mit brauner oder dunkelgrauer Fuge) bei
naturbelassenen Bodenbelägen ist abzuraten,
während dies bei geläppten Fliesen unbedingt zu
vermeiden ist.
Vor dem Verfugen geläppter Fliesen sollte eine
vorübergehende Abdichtung aufgebracht werden (z.B.
ISOLFUGA).
Auf großen Flächen sind in Innenbereichen etwa alle
25 qm und in Außenbereichen alle 20 qm
Dehnungsfugen erforderlich, und die im Estrich
vorhandenen Bewegungsfugen sind stets zu
übernehmen.
Die Randfuge zwischen Mauer und Bodenbelag ist bei
Flächen jeglicher Größe unabdingbar.
In starken Belastungen (Industrie) oder häufiger
Begehung (Einkaufszentren) ausgesetzten
Bodenbelägen sollten vorgefertigte, verstärkte
Dehnungsfugen eingesetzt werden.
Für Details zum Produkt mit 20 mm Stärke und
entsprechende Verlegesysteme, insbesondere
hinsichtlich Hinweise und Anmerkungen,
ungseinschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen
während der Verlegung, wird die Einsicht des
Katalogs OUT2.0 und der Webseite www.refin.com
empfohlen.
ABSCHLUSSREINIGUNG NACH DER VERLEGUNG
Nach der Verlegung ist es keinesfalls ausreichend, den
Bodenbelag nur mit klarem Wasser zu säubern, und
Substanzen wie Naphtha, Essig etc. sind absolut zu
vermeiden.
Stattdessen ist der Boden mit spezifischen,
säurehaltigen Reinigungsmitteln zu säubern, um die
kalkhaltigen Rückstände von Schlämme und
Fugenmassen zu entfernen. Diese können als
Schmutzfänger fungieren und auf der Oberfläche
einen „Film“ bilden, der die Optik der Fliesen
beeinträchtigt und bei Kontakt mit Wasser zu
Schleierbildung führt („Tropfeneffekt“), ebenso wie bei
Kontakt mit damit reagierenden Lebensmitteln.
Idealerweise sollte nach einer ersten Grobreinigung
die Verfestigung der Fugenmasse abgewartet und
anschließend je nach Anweisungen des Herstellers
Spezialreiniger verwendet werden.
Nach der Reinigung mit Puffersäure den Belag mit
reichlich Wasser abspülen, um jegliche Rückstände
des sauren Reinigungsmittels zu entfernen. Diese
könnten Fettspuren auf der Oberfläche hinterlassen
(erforderlichenfalls Entfetter verwenden) oder die
Oberfläche beschädigen.
In jedem Fall sollte zunächst an einen kleinen Bereich
ein Test vorgenommen werden und bei
zufriedenstellendem Ergebnis der gesamte
Bodenbelag gereinigt werden.
Diese Vorkehrung ist bei glänzenden und geläppten
Oberflächen erforderlich, und zudem sind nicht
abrasive Tücher oder Geräte zu verwenden.
Für die Abschlussreinigung frisch verlegter Beläge
sollten je nach verwendeter Fugenmasse
entsprechende Spezialreiniger verwendet werden,
siehe Tabelle auf Seite 338-339.
ALLGEMEINE EMPFEHLUNGEN
Refin-Fliesen werden nach den Richtlinien ISO 10545,
EN14411, ISO13006 hergestellt und entsprechen
hinsichtlich der Fleckenbeständigkeit der Richtlinie
ISO 10545-14 (siehe technische Merkmale). Diese
verlangt die Beständigkeit gegen einige repräsentative
Substanzen bei einer bestimmten Verweildauer des
Flecks. Die Fliesen sollten daher stets so rasch wie
möglich gereinigt werden, vor allem, wenn es sich um
Flecken besonderer Art (Tinte, Erbrochenes, Urin, Lack
etc.) bzw. um nicht von der ISO-Prüfung erfasste
Flecken wie Gummi (Schuhabsätze), Metalle, Blut etc.
handelt.
In jedem Fall haftet REFIN nicht für durch Schmutz
entstandene Flecken, sondern garantiert lediglich die
Konformität mit den Richtlinien ISO 10545-14
(BESTÄNDIGKEIT GEGEN FLECKENBILDNER) UND
ISO 10545-13 (CHEMISCHE BESTÄNDIGKEIT).
Die Oberfläche des REFIN-Steinzeugs ist voll gesintert
und kompakt; die oberflächliche Wasseraufnahme der
ist minimal (unter 0,2 %). Daher können bei Beachtung
der Herstellerhinweise ohne besondere Probleme
aggressive Reinigungsmittelverwendet werden.
Eventuelle Behandlungen nach der Verlegung dürfen
erst nach einer vorherigen Probe vorgenommen
werden, denn wie erläutert, bedarf das Steinzeug nach
der Verlegung keiner weiteren Behandlungen.
Refin haftet nicht für nach der Verlegung
vorgenommene Behandlungen.
In stark beanspruchten Bereichen erfordert die
Reinigung besondere Umsicht und Gründlichkeit.
NORMALE PFLEGE
Es ist sicherzustellen, dass der Fliesenleger die
Reinigung mit Spezialprodukten zur Entfernung der
Verlegerückstände vorgenommen hat.
Die normale Pflege erfolgt einfach mit Wasser und
neutralen Reinigungsmitteln. Mit Zusätzen (Duftmittel,
Wachse, Tenside, chemische Behandlungen etc.)
versehene Produkte sollten vermieden werden, da
diese an der Oberfläche verbleiben und sowohl die
Optik als auch die Funktionalität des Belags
beeinträchtigen können: Sie können die Reinigung
erschweren oder die Rutschfestigkeit reduzieren.
Bei besonders auffälligen oder schwer entfernbaren
Flecken können aggressivere, je nach Art der Flecken
mehr oder weniger stark verdünnte Reinigungsmittel
verwendet werden.
Es ist zu beachten, dass Produkte mit Flusssäure
(HF) und deren Nebenprodukten die keramische
Oberfläche irreparabel beschädigen.
Die aktualisierten Handbuch für die verlegung und pflege sind auf der Internetseite www.refin.com verfügbar