Handbuch für die verlegung und pflege

Installation and Maintenance

364/365

Für besondere bzw. aggressive Flecken sollten

Spezialreiniger verwendet werden; in jedem Fall sind

die Flecken schnellstmöglich zu entfernen. Auch wenn

die Steinzeugoberfläche ein Aufnahmevermögen von

nahezu Null hat, kann die an jedem Material

vorhandene Mikrorauheit die Reinigung erschweren,

während ein schnelles Agieren in der Regel zu

sofortigem Erfolg führt.

In jedem Fall können die in Tabelle auf Seite 338-339

angegebenen Reinigungsmittel für geläppte Produkte

verwendet werden, vorausgesetzt, sie werden nicht zu

lange in Kontakt gelassen, vorschriftsgemäß verdünnt

und wieder abgespült. Auch hier gilt die Empfehlung,

das Produkt vorab an einer nicht verlegten Fliese oder

an einem kleinen Bereich des Bodenbelags zu testen.

AUSSERORDENTLICHE REINIGUNG

UND FLECKENTFERNUNG

Die außerordentliche Reinigung sollte nur

durchgeführt werden, wenn sich Flecken oder Schleier

mit der normalen Pflege nicht entfernen lassen.

Über die gesamte Oberfläche verbreiteter Schmutz

kann mit einem Spezialreiniger entfernt werden, und

einzelne Flecken oder begrenzte Rückstände mit

einem Fleckentferner. Die Entfernung erfolgt durch

eine chemische Reaktion zwischen dem Fleck und

dem Reinigungsmittel. Deshalb sind je nach Art des

Schmutzes unterschiedliche Produkte zu verwenden;

siehe Tabelle auf Seite 338-339.

TÄGLICHE REINIGUNG UND PERIODISCHE PFLEGE

Die tägliche Reinigung des Steinzeugs mit

Spezialprodukten ist ein wichtiger Beitrag zum

dauerhaften Erhalt seiner Schönheit und

Funktionalität. Diese Lösungen werden mit

traditionellen Wischsystemen (Schrubber und

Wischtuch oder Wischmopp) verwendet; Nachspülen

ist nicht notwendig.

Die für die Abschlussreinigung nach der Verlegung

und die normale bzw. außerordentliche Reinigung

empfohlenen Produkte sind Tabelle auf Seite

338-339 zu entnehmen.

Einleitung

Die immer stärkere Verbreitung des Feinsteinzeugs

das seit jeher für seine sehr guten technischen und

optischen Eigenschaften geschätzt wird und im

Gewerbe- wie im Wohnungsbau zum Einsatz kommt,

erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der

Verlegung und Reinigung, wenn beste Ergebnisse

erzielt werden sollen.

Moderne Steinzeugfliesen werden heute ebenso

bearbeitet wie Naturstein (Rektifizierung, Läppung,

Schliff), was die Verlegung mit „minimaler Fuge“

erlaubt.

Der Einsatz von Formstücken (Leisten, Dielen, mit

Wasserstrahl geschnittene Teile) bzw. die gleichzeitige

Verlegung mehrerer Formate stellen besondere

Anforderungen an die Verlegung von Bodenfliesen.

REFIN hat daher einige Grundregeln für Fliesen aus

Feinsteinzeug zusammengestellt.

Verlegung

Zunächst ist die Ware bei Erhalt auf Folgendes zu

prüfen:

- Entsprechung von Frachtpapieren und Ware

- Farbton, Kaliber, Sortierung des Materials

- Vorhandensein eventueller Mängel

Wir weisen darauf hin, dass Reklamationen

sichtbarer Mängel an bereits verlegten Fliesen

nicht akzeptiert werden (siehe die Allgemeinen

Geschäftsbedingungen, Seite 346)

Die Steinzeugfliesen von REFIN zeichnen sich durch

eine extrem geringe Wasseraufnahme aus (unter 0,2

%). Deshalb müssen Spezialkleber von hoher Qualität

verwendet werden. Von der traditionellen Verlegung

mit Zementmörtel wird dringend abgeraten.

Verwenden Sie daher nur vergütete Kleber der Klasse

C2 für die Verlegung am Boden, C2 T an der Wand

und C2 S1-S2 auf Böden mit Fußbodenheizung nach

EN 12004, in der die Kleber in folgende Klassen

unterteilt sind:

CHEMISCHE BESCHAFFENHEIT:

- C = Zementkleber

- D = Dispersionskleber

- R = Reaktionskleber

HAFTKRAFTKLASSE:

- 1 = normale Haftung

- 2 = verbesserte Haftung

ZUSÄTZLICHE MERKMALE:

- E = längere klebeoffene Zeit

- F = schnelle Verlegung

- T = abrutschfest

- S1 = Verformbarer Zementkleber

- S2 = Hochverformbarer Zementkleber

Bei traditioneller Verlegung von Steinzeug mit

Zementmörtel ist ein korrektes Anhaften der Fliesen

nicht gewährleistet. Refin akzeptiert bei

ungeeignetem Estrich und Kleber keine

Reklamationen von verlegtem Material.

Der Verlegeuntergrund muss absolut eben sein. Die

Richtlinien UNI 11493 und ISO 8976-1:1989

verlangen über eine 2 m lange Richtlatte eine Toleranz

von +/- 3 mm. Überschreitet der Estrich die

angegebene Toleranz, so sollte selbstnivellierender

Mörtel aufgebracht werden. Unvollkommenheiten des

Verlegeuntergrunds sollten nicht durch mehr oder

weniger dicken Auftrag des Klebers ausgeglichen

werden.

Die Verlegefläche (Estrich) muss unversehrt und

rissfrei, von guter Qualität (staubfrei) und reif

(Schwindung abgeschlossen) sein, und die

mechanische Biegefestigkeit muss der beabsichtigten

Verwendung des Bodens angemessen sein.

Zur Orientierung können folgende

Beständigkeitsparameter gelten:

- 10-15 N/mm

2

für Wohnräume

- 30 N/mm

2

für Gewerberäume

Für die Beständigkeit gegen parallel zur Verlegefläche

verlaufende Belastungen bei Wandverkleidungen ist

ein Beständigkeitswert R 0,8 – 1,2 N/mm

2

einzuhalten.

Je nach Anwendungsbedingungen ist die

Biegefestigkeit der Fliesen zu berücksichtigen.

Für großformatige Platten bzw. bei besonders hoher

Beanspruchung (Verkaufsflächen, Industrie...) sollte

der Kleber beidseitig aufgetragen werden, um ein

volles Klebebett ohne „Hohlstellen“ zu garantieren,

denn Letztere können bei Biegung oder Stößen

Ursache von Brüchen sein.

In jedem Fall sind die Hinweise der Estrich- und

Kleberhersteller zu beachten; zudem muss die

Verlegung mit Zementklebern bei einer

Raumtemperatur zwischen +5 °C und 35 °C erfolgen.

Insbesondere bei Materialien mit

Farbabweichungsgrad V2 und darüber sollten stets

Fliesen aus mehreren Schachteln zugleich verlegt

werden.

Vor allem bei geläpptem Material sind Schnitte nicht

mit Permanent- oder Grafitstiften anzureißen.

VERLEGUNG GROSSER PLATTEN

Neben den generellen Empfehlungen für die

Verlegung von Steinzeug sind bei der Verlegung

großformatiger Fliesen (120×278, 120×120, 75×150,

25×150, 60×120 cm) einige weitere Hinweise zu

beachten, da die für „normale Formate“ geltenden

Vorschriften für große Platten noch strenger werden.

- Es ist von entscheidender Bedeutung, die perfekte

Ebenheit des Untergrunds sicherzustellen. Ist der

Untergrund nicht plan, so muss ein

selbstnivellierender Mörtel aufgebracht werden.

- Die Verlegung muss mit beidseitig, das heißt sowohl

auf die Fliesenrückseite als auch auf den Estrich

aufgetragenem Kleber erfolgen. Bestimmte

Situationen können die Verwendung von Kleber mit

verlängerter klebeoffener Zeit (E) sowie bei der

Verlegung von Wandverkleidungen Kleber mit hoher

Abrutschfestigkeit (T) erfordern.

- Bei Verwendung von Klebern mit hohem

Benetzungsvermögen kann auch der einseitige

Auftrag genügen.

- Bei rechteckigen Formaten wird dringend von der um

mehr als 25 % bis 30% versetzten Längsverlegung

abgeraten.

- Wir empfehlen Selbstnivellierungssysteme für

Fliesen.

- Material in den Formaten 120×278, 120×120,

75×150 und größer sollte auf der Baustelle stets zu

zweit und unter Einsatz geeigneter Hilfsmittel bewegt

und verlegt werden.

- Es sind Dehnungsfugen (am Außenrand entlang

sowie zur Segmentierung) auszuführen.

- Zum Ausgleich eventueller Unebenheiten sowie zur

Reduzierung des Elastizitätsmoduls des Boden/Wand-

Systems sind mindestens 2 mm breite Fugen

erforderlich.

WICHTIG: Auf den Schachteln sind Informationen

über die Fliesen sowie Verlegehinweise

aufgedruckt. Bitte lesen Sie diese vor der

Verlegung durch.

Für die Verlegung von Fassaden und insbesondere

von Außenfassaden empfiehlt sich die Verfassung

von Verlegevorschriften in Zusammenarbeit mit

Fachunternehmen (wie, lediglich beispielgebend:

KERAKOLL, MAPEI)

FUGEN UND VERFUGUNG

Die als Rektifizierung bezeichnete

Abschlussbearbeitung führt zu extrem präzisen

Fliesenabmessungen, die dem „Einheitskaliber“

gleichgesetzt werden können. Der Endverbraucher

wünscht in diesem Fall häufig die Verlegung mit

„minimaler Fuge“ bzw. sogar die fugenlose Verlegung.

Refin schreibt für die Verlegung von rektifizierten

Steinzeugfliesen eine mindestens 2 mm breite Fuge

vor, um Verarbeitungstoleranzen von Fliese, Estrich

und Verlegung auszugleichen.

Naturbelassene, nicht rektifizierte Materialien

unterliegen größeren Maßtoleranzen; ihre jeweiligen

Abmessungen sind in der den Schachteln inliegenden

Kalibertabelle aufgeführt. In diesem Fall müssen die

Fugen wenigstens 5 mm breit sein.

Refin akzeptiert keine Reklamationen von

rektifiziertem Material, das mit weniger als 2 mm

breiten Fugen verlegt wurde.

Die Verwendung von farbigen Fugenmassen ist

möglich; es ist jedoch – insbesondere für rustikale

Materialien mit rauer oder geläppter Oberfläche –

vorab zu testen, ob diese sich anschließend gut

reinigen lassen. In jedem Fall ist der Bodenbelag

sofort nach dem Verfugen zu reinigen.

Von der Verwendung farbiger, mit der Fliesenfarbe

kontrastierender Pigmente (zum Beispiel: weißer

Bodenbelag mit brauner oder dunkelgrauer Fuge) bei

naturbelassenen Bodenbelägen ist abzuraten,

während dies bei geläppten Fliesen unbedingt zu

vermeiden ist.

Vor dem Verfugen geläppter Fliesen sollte eine

vorübergehende Abdichtung aufgebracht werden (z.B.

ISOLFUGA).

Auf großen Flächen sind in Innenbereichen etwa alle

25 qm und in Außenbereichen alle 20 qm

Dehnungsfugen erforderlich, und die im Estrich

vorhandenen Bewegungsfugen sind stets zu

übernehmen.

Die Randfuge zwischen Mauer und Bodenbelag ist bei

Flächen jeglicher Größe unabdingbar.

In starken Belastungen (Industrie) oder häufiger

Begehung (Einkaufszentren) ausgesetzten

Bodenbelägen sollten vorgefertigte, verstärkte

Dehnungsfugen eingesetzt werden.

OUT2.0:

Anweisungen für

Auftraggeber und

Projektleiter

Für Details zum Produkt mit 20 mm Stärke und

entsprechende Verlegesysteme, insbesondere

hinsichtlich Hinweise und Anmerkungen,

ungseinschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen

während der Verlegung, wird die Einsicht des

Katalogs OUT2.0 und der Webseite www.refin.com

empfohlen.

Normale und

Ausserordentliche

Pflege

ABSCHLUSSREINIGUNG NACH DER VERLEGUNG

Nach der Verlegung ist es keinesfalls ausreichend, den

Bodenbelag nur mit klarem Wasser zu säubern, und

Substanzen wie Naphtha, Essig etc. sind absolut zu

vermeiden.

Stattdessen ist der Boden mit spezifischen,

säurehaltigen Reinigungsmitteln zu säubern, um die

kalkhaltigen Rückstände von Schlämme und

Fugenmassen zu entfernen. Diese können als

Schmutzfänger fungieren und auf der Oberfläche

einen „Film“ bilden, der die Optik der Fliesen

beeinträchtigt und bei Kontakt mit Wasser zu

Schleierbildung führt („Tropfeneffekt“), ebenso wie bei

Kontakt mit damit reagierenden Lebensmitteln.

Idealerweise sollte nach einer ersten Grobreinigung

die Verfestigung der Fugenmasse abgewartet und

anschließend je nach Anweisungen des Herstellers

Spezialreiniger verwendet werden.

Nach der Reinigung mit Puffersäure den Belag mit

reichlich Wasser abspülen, um jegliche Rückstände

des sauren Reinigungsmittels zu entfernen. Diese

könnten Fettspuren auf der Oberfläche hinterlassen

(erforderlichenfalls Entfetter verwenden) oder die

Oberfläche beschädigen.

In jedem Fall sollte zunächst an einen kleinen Bereich

ein Test vorgenommen werden und bei

zufriedenstellendem Ergebnis der gesamte

Bodenbelag gereinigt werden.

Diese Vorkehrung ist bei glänzenden und geläppten

Oberflächen erforderlich, und zudem sind nicht

abrasive Tücher oder Geräte zu verwenden.

Für die Abschlussreinigung frisch verlegter Beläge

sollten je nach verwendeter Fugenmasse

entsprechende Spezialreiniger verwendet werden,

siehe Tabelle auf Seite 338-339.

Normale und

Ausserordentliche

Reinigung

ALLGEMEINE EMPFEHLUNGEN

Refin-Fliesen werden nach den Richtlinien ISO 10545,

EN14411, ISO13006 hergestellt und entsprechen

hinsichtlich der Fleckenbeständigkeit der Richtlinie

ISO 10545-14 (siehe technische Merkmale). Diese

verlangt die Beständigkeit gegen einige repräsentative

Substanzen bei einer bestimmten Verweildauer des

Flecks. Die Fliesen sollten daher stets so rasch wie

möglich gereinigt werden, vor allem, wenn es sich um

Flecken besonderer Art (Tinte, Erbrochenes, Urin, Lack

etc.) bzw. um nicht von der ISO-Prüfung erfasste

Flecken wie Gummi (Schuhabsätze), Metalle, Blut etc.

handelt.

In jedem Fall haftet REFIN nicht für durch Schmutz

entstandene Flecken, sondern garantiert lediglich die

Konformität mit den Richtlinien ISO 10545-14

(BESTÄNDIGKEIT GEGEN FLECKENBILDNER) UND

ISO 10545-13 (CHEMISCHE BESTÄNDIGKEIT).

Die Oberfläche des REFIN-Steinzeugs ist voll gesintert

und kompakt; die oberflächliche Wasseraufnahme der

ist minimal (unter 0,2 %). Daher können bei Beachtung

der Herstellerhinweise ohne besondere Probleme

aggressive Reinigungsmittelverwendet werden.

Eventuelle Behandlungen nach der Verlegung dürfen

erst nach einer vorherigen Probe vorgenommen

werden, denn wie erläutert, bedarf das Steinzeug nach

der Verlegung keiner weiteren Behandlungen.

Refin haftet nicht für nach der Verlegung

vorgenommene Behandlungen.

In stark beanspruchten Bereichen erfordert die

Reinigung besondere Umsicht und Gründlichkeit.

NORMALE PFLEGE

Es ist sicherzustellen, dass der Fliesenleger die

Reinigung mit Spezialprodukten zur Entfernung der

Verlegerückstände vorgenommen hat.

Die normale Pflege erfolgt einfach mit Wasser und

neutralen Reinigungsmitteln. Mit Zusätzen (Duftmittel,

Wachse, Tenside, chemische Behandlungen etc.)

versehene Produkte sollten vermieden werden, da

diese an der Oberfläche verbleiben und sowohl die

Optik als auch die Funktionalität des Belags

beeinträchtigen können: Sie können die Reinigung

erschweren oder die Rutschfestigkeit reduzieren.

Bei besonders auffälligen oder schwer entfernbaren

Flecken können aggressivere, je nach Art der Flecken

mehr oder weniger stark verdünnte Reinigungsmittel

verwendet werden.

Es ist zu beachten, dass Produkte mit Flusssäure

(HF) und deren Nebenprodukten die keramische

Oberfläche irreparabel beschädigen.

Die aktualisierten Handbuch für die verlegung und pflege sind auf der Internetseite www.refin.com verfügbar